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Micheal O’Siadhails Themen veranschaulichen in ihrer Spannweite den Umfang moderner irischer Lyrik. Bei der Besprechung seines Werkes Hail! Madam Jazz in der Zeitschrift Stand beschreibt Lawrence Sail ihn als „einen begnadeten und selbstbewussten Dichter, der entschlossen ist, das Leben zu feiern, und sich nicht scheut, die alten Themen – Liebe, Freundschaft, Erinnerung, Kindheit, Glaube – anzugehen.“
The Chosen Garden vereint Autobiographisches und Lyrik. In A Fragile City stellt er die intensiven Erfahrungen eines Lebens vor den Hintergrund vom Wandel erschütterter Welten. Anklänge an eine klassische Tradition verbinden sich mit ständiger Suche nach neuen Dimensionen, indem er die Leidenschaften von Freundschaft, Ehe, Vertrauen und Verrat in einer urbanen Kultur ergründet und die Finessen der Musik und Wissenschaft erforscht. Dabei versucht er, die Bewegungen und Wandlungen der späten oder postmodernen Kultur begreiflich zu machen.
Micheal O’Siadhail ist tief in Irland verwurzelt und gleichzeitig in der europäischen und amerikanischen Tradition beheimatet. In Our Double Time verleiht das Bewusstsein von Verlust und Tod dem Leben gewissermaßen doppelte Intensität, „both tasted and savoured“ (geschmeckt und ausgekostet). Eine Dichte von Sinn und Musik, von Gedanke und Sprache – manchmal in freien Rhythmen, oft in eher formellen Strukturen – führt zu Klarheit und Zugänglichkeit.
Mit The Gossamer Wall, Frucht mehrjährigen Eintauchens in die Zeugnisse von Überlebenden des Holocaust, beschritt Micheal O’Siadhail einen neuen Weg. In diesem Buch evoziert er in einzelnen Folgen den Holocaust in einem nüchternen, narrativen Stil von größter Intensität.
In Love Life findet einer unserer tiefsten Denker und vollendetsten Dichter zu einer neuen Intensität und Reichweite. In vier Folgen erzählt Micheal O’Siadhail vom Leben eines Verliebten, ausgehend von leidenschaftlicher Erotik, über die Dramen des Umwerbens, Versprechen und Auseinandersetzungen, bis hin zu häuslicher Alltäglichkeit. Die Jahreszeiten der Liebe entfalten sich – junge Liebe, die zur Intimität erblüht, Hineinwachsen in Verbindlichkeit und die allmählichen Wandlungen des Zusammenlebens. Das Grundthema zieht sich durch das ganze Buch: ein lebenslanges Staunen über das Geheimnis einer einzigen Frau. Es gipfeltet in den Subtilitäten und Variationen des Altwerdens und feiert zugleich die Liebe zum Leben zu zweit.
In seiner neuesten Gedichtsammlung Globe lotet Micheal O’Siadhail aus, wie eine Welt Gestalt annimmt. Wie wirken sich Vergangenheit und unsere Erinnerungen auf die Gegenwart aus? Welche Menschen tragen dazu bei, die Triebkräfte der Geschichte zu ändern? Wie geht man um mit den offenen Wunden von irreversiblen Tragödien und Verlust?
Die abschließende Gedichtfolge Angel of Change fängt das Grundgefühl der immensen Veränderungen unserer Zeit ein: Cyberspace und Nonstophandel, sich vermischende Völker, sich verwischende Grenzen, fragile, sich ändernde Werte und mitten in all dem ein wundersamer neuer Jazz der Möglichkeiten. “Born in a land, I wake in a globe.“



